Montag, den 31. Mai 2010 um 00:00 Uhr
Für Florian Spengler war es ein besonderes Rennwochenende. Der Hockenheimring ist die Rennstrecke, die seinem Heimatort Ellwangen am nächsten liegt und an der er nun Freunde und Sponsoren begrüßen konnte.

Das erste freie Training war zwar nur eine Standortbestimmung, aber mit der schnellsten Zeit und einer Differenz von 8 Zehntel auf den Trainingszweiten und Teamkollegen Johannes Leidinger war das ein mehr als guter Beginn. Im zweiten Training erreichte er die drittschnellste Zeit, vor ihm 2 Teammitglieder hinter ihm der vierte Engstlerfahrer und Tabellenführer Roland Hertner. Dass aber noch ein weiterer schneller Fahrer in der Division 1 dazugekommen ist, bewies der Ingolstädter Audipilot Oliver Mayer mit Trainingsrang 5.
"Das wird, denke ich, eine enge Kiste hier, wir liegen alle nah beieinander. Ich hoffe nur auf einheitliche Wetterbedingungen für das Qualifying, dann glaube ich, dass ich hier einen ordentlichen Startplatz herausfahren kann", meinte Florian.
Dass ein Zeittraining mit 25 Fahrzeugen und drei Leistungsklassen durchaus seine Tücken haben kann, bekam Florian diesmal hautnah zu spüren.
"Es war zum Verzweifeln, jedes Mal wenn ich dachte jetzt klappt es mit einer freien Runde, dann war da vor der Sachskurve wieder einer von den langsameren Division 2-Fahrern. Gefühlt mussten die nie rein in die Box. Und als es in der letzten Runde dann mal frei war, hab ich mich verbremst." so Florian, der sich dann mit dem 5. Startplatz zufrieden geben musste.
Letztendlich konnte er aber doch vom dritten Platz starten, da zwei Fahrer um fünf Startplätze zurückgestuft wurden. Hier behielt Florian die Nerven, obwohl die Umstellung erst unmittelbar vor dem Start erfolgte.
Der erste Lauf mit fliegendem Start begann mit einer Berührung zwischen Roland Hertner und Florian in der Spitzkehre. "Das mit Roland tut mir echt leid. Den Teamkollegen umzudrehen, war wirklich nicht meine Absicht." so Florian dazu später in der Pause. In Führung liegend kam Florian aus der ersten Runde. Nach spannenden Kämpfen wechselte die Führung zwischen den Engstlerpiloten Rustem Teregulov und Florian - der Russe drehte sich vor der Südkurve - Florian übernahm dann wieder die Spitze, bis er sich dann, eine Runde später, am Limit fahrend drehte. Dass mit dem Neuzugang ein starker Pilot zum Procarfeld stieß, unterstrich Oliver Mayer mit seinem zweiten Platz. Nur Johannes Leidinger, wie Florian ebenfalls Rookie aus dem Engstler Team, konnte sich vor dem Audifahrer behaupten und so seinen ersten Laufsieg einfahren. Florian kam als dritter über die Ziellinie.
Nach der Pause begann Lauf 2 mit stehendem Start. Roland Hertner konnte sich nach der ersten Runde von Platz 5 auf Position 3 verbessern. In der dritten Runde konnte er auch noch Johannes Leidinger überholen. Von da an waren die vorderen Plätze bis zum Schluss festgezimmert. Oliver Mayer landete einen Start-Zielsieg, die Ränge 2 und 3 belegten Roland Hertner und Johannes Leidinger. Florian Spengler verpasste das Podium knapp und fuhr als vierter ins Ziel. "Ich bin ein wenig über meinen ersten Lauf enttäuscht. Da kämpft man und schafft es an die Spitze, dann aber einen Tick über dem Limit und ein Dreher, das hat mich schon geärgert. Wenigstens hat es noch zu Rang drei gereicht. Im 2. Lauf waren wir alle sehr ausgeglichen unterwegs und da spürst Du dann letztendlich auch die 60 Kilo Zusatzgewicht. Da war dann ohne Fehler der anderen bei Rang vier Schluss. Trotzdem, so schlecht ist die Bilanz nicht, ich liege In der Rookiewertung 2 Punkte hinter Johannes auf Rang 2 und in der Gesamtwertung auf Platz 3. In 6 Wochen in Assen hab ich aber wieder ein paar Kilos los, dann gucken wir mal" meinte Florian schon wieder etwas grinsend nach dem Rennen. "Ich danke allen meinen Gästen, Sponsoren und Freunden für ihren Besuch an diesem Wochenende. Schön zu spüren, wie ihr mich unterstützt."
ADAC PROCAR auf Sport1
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